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Meine Gedanken zur Berlin Fashion Week im Januar 2017 - LA MODE ET MOI, der Blog aus Köln

Meine Gedanken zur Berlin Fashion Week im Januar 2017

Nachdem ich in der letzten Woche ja auf der Fashion Week in Berlin war, möchte ich euch – nachdem ich euch meine Outfits ja bereits alle gezeigt habe – auch gerne meine Gedanken zur Berlin Fashion Week und dem ganzen Drumherum erzählen. Ich war das erste Mal ‚richtig‘ auf der Fashion Week. Vor drei Jahren war ich auch mal im Januar dort, allerdings mehr zu Side-Events. Dieses Mal war ich aber auch bei fünf Shows und habe an dem berühmt berüchtigten Fashion Week Stress geschnuppert.

Grundsätzlich kann ich sagen, dass mir die Fashion Week sehr viel Spaß gemacht hat. Ich war mit einer Freundin dort, d.h. wir zwei waren die meiste Zeit zusammen unterwegs, sodass man sich nicht alleine gefühlt hat. Und zu zweit oder im Team macht alles eh nochmal mehr Spaß. Mir hat es gefallen, von Show zu Show zu fahren, sich für die Abendveranstaltungen fertig zu machen, viele neue Leute kennenzulernen, interessante Gespräche zu führen oder einfach nur die vielen toll gekleideten Menschen zu beobachten, gut zu essen, mit den bereits bekannten Gesichter zu quatschen und und und. Ich hatte die drei Tage echt eine gute Zeit und möchte im Sommer gerne wieder zur Fashion Week fahren.

Meine Gedanken zur Berlin Fashion Week
Vier Hauptthemen

Stimmung unter den Bloggern

Man liest in den Tagen nach der Fashion Week auf allen Blogs immer von der Stimmung unter den Bloggern. Viele schreiben hier sehr negativ darüber. Ich stelle mir dabei die Frage, ob sie sich darauf nicht eingestellt haben? Vielleicht liegt es auch an meinem Alter und der ‚Erfahrung‘, aber hat wirklich jemand von euch gedacht dass sich alle untereinander begrüßen, pushen und eine große Blogger-Community entsteht? Ich ehrlicherweise absolut nicht. Und da ich gar nicht erst mit diesen Erwartungen dorthin gefahren bin, fand ich alles auch nur halb so schlimm. Realistisch gesehen: Die folgen mir doch alle nicht und kennen mich nicht, wissen also nicht wer ich bin. Warum sollten sie mich also ansprechen? Macht ihr in der Disco oder auf anderen Großveranstaltungen doch auch nicht. Ist doch klar, dass mir eine Caro Daur nicht um den Hals fällt und sich darüber freut, dass ich blogge, oder? Durch diese Erwartungshaltung entsteht dann meiner Meinung nach die schlechte Stimmung. Man ist enttäuscht, fühlt sich nicht wertig usw. anstatt die Zeit zu genießen und viel für sich mitzunehmen. Und mal anders herum gefragt: Seid ihr denn offen zu ‚den Großen‘ gegangen und habt locker ein nettes Gespräch begonnen? Ich kann es mir schwerlich vorstellen… Und so entsteht dieser Eindruck, dass alle von oben herab nur in ihrer Clique bleiben, weil sich niemand traut, die Anderen anzusprechen. #justmy5cents

Ich habe nur einen Kritikpunkt dahingehend und das betrifft die Zweiklassengesellschaft, die leider von dem ein oder anderen Event/Unternehmen befeuert wurde. Montags ein Event abzuhalten, nur mit Einladung für Top-Blogger und dienstags haargenau das Gleiche für die Masse zu machen, finde ich grenzwertig. Vor allem wenn man sich selbst als Influencer-Agentur und Blogazine platzieren möchte. Warum nicht das Event mit Akkreditierung an zwei Tagen für alle anbieten? So kommt meiner Meinung auch ein viel besserer Austausch zustande. Schade war auch, dass das Event am Dienstag nur auf vier Stunden terminiert und weit entfernt vom Kaufhaus Jandorf war, genau zur Hochphase der Shows. Deswegen habe ich es trotz Akkreditierung nicht dorthin geschafft – ich gehörte nämlich auch nicht zur Montags-Elite 😉

Grundsätzlich finde ich aber, dass die Stimmung unter den Bloggern, die ich schon vorher kannte und die mir so über den Weg gelaufen sind, recht gut war! Dieses ganze Blogger-Bashing und haten habe ich tatsächlich vor Ort überhaupt nicht wahrgenommen. Leider kommen dann im Nachgang diese negativen Blogposts, mit denen wir uns eigentlich nur runterziehen und selber schwach machen…

Ich habe nun im Nachgang das Gefühl, dass noch ein Thema hinzugekommen ist: Der Vergleich von Bloggern mit Influencern und worin die sich eigentlich unterscheiden. Habt ihr das auch festgestellt?

Das Verhalten in der Front Row

Ich muss zugeben, dass mich das Verhalten in der Front Row regelrecht schockiert hat. Und damit meine ich nicht nur die auf vielen Blogs negativ dargestellten Blogger und Influencer – sondern alle. Es ist ja mittlerweile Gang und Gäbe, dass man während der Show die Konzentration und Aufmerksamkeit gar nicht mehr auf die Mode fokussiert, sondern auf den richtigen Winkel des Handys, um bestmöglich Snaps, Insta-Stories oder Fotos posten zu können. Ich muss zugeben, dass auch ich das teilweise mitgemacht habe. Aber nach meiner ersten Show (die Maybelline-Show) habe ich mir vorgenommen, nicht nur wahllos zu filmen, sondern mir die Looks genau anzusehen, die Arbeit zu würdigen und nur die Looks auch wirklich zu zeigen, die ich gut finde. Für mich habe ich so einen guten Mittelweg gefunden. Klar möchte man seine Follower mitnehmen, aber die Arbeit des Designers gehört genauso gewürdigt!

Was ich aber wirklich schrecklich fand war, dass eine Vielzahl der Leute, die in der Front Row saßen, der Show keinen Blick gewürdigt haben. Und das meine ich vollkommen ernst. Einige tippen völlig desinteressiert die gesamte Zeit auf ihrem Handy rum. Erst wenn der Final Walk ist und der/die Designer hervorkommen, blicken sie auf und klatschen. Die andere Variante ist, dass über den gesamten Zeitraum, Selfies geschossen werden. Ob von sich selber in allen möglichen Variationen oder von den Buddies, neben denen man platziert ist – ja, während der Show! Ich finde dieses Verhalten sehr respektlos. Mir ist klar, dass es um das ‚sehen und gesehen werden geht, aber das geht in meinen Augen gar nicht. Zumal es viele Blogger, Influencer aber auch Personen aus der Modebranche gibt, die sicherlich sehr gerne dort sitzen würden.

Planung ist alles

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich vorher ein genaues Bild verschaffen sollte, was wo stattfindet. Wo ist die Fashion Week Location? Welches Hotel liegt in der Nähe? Oder falls ihr bei jemandem übernachtet, wie sind die Entfernungen? Was kann man rund um die Location machen? Wo sind die Side Events? Natürlich muss man sich rechtzeitig den Plan der Shows ansehen und vorab planen, was man sehen möchte und sich entsprechend akkreditieren oder die zuständige PR-Agentur anschreiben. Hier würde ich mich auch festlegen, welche Side-Events/Messen du wirklich interessant findest und anhand dessen einen Zeitplan aufstellen.

Ich habe tatsächlich eine Woche vorher eine Art Stundenzettel geschrieben, auf dem neben Uhrzeit und Designer auch der Ort, die ersten Infos dazu und die Distanzen markiert waren. Der hat mich wirklich gerettet und ich wusste immer genau, was wann wo ansteht. Nur einmal ist es etwas knapper geworden: Mittwochs wurde ich in der Reichert Plus Beauty Lounge hübsch gemacht und das hatte sich leider etwas verzögert. So hetzte ich schnell zur Bahn, um dort festzustellen, dass die Bahnen in Richtung Kaufhaus Jandorf nicht mehr fuhren: Personenschaden im Tunnel. Also hetzte ich schnell zu den Taxen und habe es kurz vor knapp dann noch zur Rebekka Ruétz Show geschafft.

Die Location

In diesem Jahr hat die Berlin Fashion Week erstmals im Kaufhaus Jandorf stattgefunden. Mir persönlich hat diese Location total gut gefallen. Der Charme des alten Kaufhauses mit dem alten Stuck und den runtergerockten Tapeten ist so typisch Berlin! Und auch grundsätzlich sind die Räumlichkeiten bestens für den Event geeignet. Ich freue mich, dass die Fashion Week auch in Zukunft wohl dort stattfinden soll. Zumal der Stadtteil total super mit den vielen Restaurants und Café ist für die Zeiten zwischen und nach den Shows.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass es dort während der Fashionshows unfassbar heiß war. Man hat wirklich richtig geschwitzt und bei der Lena Hoscheck Show (die total lange gedauert hat) habe ich nachher nur noch gehofft, dass die Show bald vorbei ist, da ich wirklich Angst hatte, zusammenzuklappen. Das fand ich wirklich Schade.

Ich hoffe, dass ihr durch meine Gedanken zur Berlin Fashion Week einen guten Einblick in das Geschehen, aber auch meine Eindrücke erhalten habt. Ich bin sehr dankbar für das Erlebte und für die Menschen, die ich dort kennenlernen durfte. Ich würde mich über Feedback freuen und natürlich über den Austausch, falls ihr auch dort ward und Dinge anders oder genau so wahrgenommen habt.

Meine Gedanken zur Berlin Fashion Week im Januar 2017 - LA MODE ET MOI, der Blog aus Köln

6 Comments

  • Mrs_Ker

    27. Januar 2017 at 8:52

    Danke für diesen ausführlichen und differenzierten Bericht zur Fashion Week! Ich habe auch viele negative Posts zur Fashion Week gelesen und sehe das wie du! Es hängt immer ein bisschen von der Erwartungshaltung ab. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass alle anderen Blogger Kollegen sind und man sich gegenseitig mit Respekt behandeln und unterstützen sollte! Zum Glück sieht ein Großteil der Blogger Community das genauso und ich hoffe, dass sich meine negativen Erfahrungen hier in Grenzen halten werden 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Verena

    http://www.my-philocaly.com

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  • Kathi

    27. Januar 2017 at 12:37

    Ich kann deine Gedanken vollkommen nachvollziehen und stimme dir da absolut zu. Ich wusste genau was mich in meinen drei Tagen Berlin erwarten würde und da ich wusste, dass ich endlich einmal einige meiner „virtuellen“ Bloggermädels in Echt kennenlernen würde, war meine Vorfreude riesig. Bei meinen beiden Shows war ich zwar alleine, habe aber nach der ersten direkt zwei Bekannte Gesichter aus dem Sommer wiedergesehen und so war ich die ganze Zeit in guter Gesellschaft und habe mich kein Mal unwohl gefühlt. Für mich war es dieses Mal wichtig, einige Personen in Echt kennenzulernen und die Mode und den Flair zu genießen und genau das habe ich gemacht und aufgrund dessen bleibt mir die Zeit auch absolut in guter Erinnerung. Aber selbstverständlich gibt es auch die Schattenseiten und das was du über die Front Rows schreibst finde ich auch einfach schrecklich… Für die Designer ist das wie ein Schlag mitten ins Gesicht… Hoffentlich wird sich daran für die Zukunft etwas ändern.
    Hab ein schönes Wochenende.
    Liebst Kathi
    http://www.meetthehappygirl.com

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  • Caroline

    27. Januar 2017 at 17:02

    MERCI – für diesen Beitrag. Ich habe selbst ja in zwei Beiträgen über diese Agenturen geschrieben die meinen uns in Klassen aufteilen zu müssen. Sie kennen uns gar nicht, manche Agentur hat noch gar nicht mit uns gearbeitet; es noch nicht einmal versucht, geschweige denn mit uns geredet. Nein es wird NUR auf die Follower Zahl bei Instagram gescheut – Zusendung eines Media Kits vom Blog Fehlanzeige. Emails werden ungelesen gelöscht von Mitarbeiterinnen solcher sogenannten Agenturen, die Marken wie beispielsweise PUMA repräsentieren. Ich frage mich was sagen die Marken dazu? Ist solch eine Klassengesellschaft unter Bloggern gewollt? Sind wir nicht vielleicht schon längst Kunden dieser Marke und überlegen uns be solch einem Verhalten eines solchen Repräsentanten überhaupt noch die Marke weiterhin zu kaufen? Ich für meinen Teil schon. Aber wir können es anders machen – wenn wir alle an einem Strang ziehen.

    Liebste Grüße
    Caroline|www.modesalat.com

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